Als „prophetisch“, zumindest aber als IDD-tauglich bezeichnete ein profunder Kenner das österreichische Maklergesetz am 9. BVBM-Makler-Symposium in München. Österreich könnte hier Vorbildwirkung haben, heißt es in einem Bericht des deutschen „Versicherungsmagazin“.

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 12.06.2018
Einen Erfahrungsbericht aus erster Hand lieferte Dr. Klaus Koban, Geschäftsführer der Koban Südvers GmbH, der im Rahmen des Symposiums Einblicke in das „Erfolgsmodell“ Versicherungsmakler gab. Das österreichische Maklergesetz, das seit 22 Jahren Bestand hat, ist seiner Einschätzung nach absolut IDD-tauglich, ja sogar „prophetisch“. „Die Kodifikation der Maklerschaft durch die IDD war überfällig“, zitiert das Versicherungsmagazin Klaus Koban. Nicht zuletzt gab er auch deutschen Maklern, die sich in Österreich einen Kundenkreis erschließen wollen, einige Hinweise. So müsse neben der unterschiedlichen rechtlichen Lage vor allem das Kündigungsrecht beachtet werden, das in der jüngsten Vergangenheit „extrem ausgeweitet“ worden sei. Etwa bestünde im Schadensfall für Versicherer und Kunde die Chance, das Vertragsverhältnis zu kündigen. „Wenn dies geschieht, sind natürlich auch die Provisionsvereinbarungen obsolet“, gab Koban zu bedenken.
Erfüllungsgehilfen der Versicherer?
Kritisch sieht Koban die Entwicklung, dass Makler immer mehr in die Vermittlerrolle gedrängt würden. Dabei bestünde die Gefahr, dass die Versicherer etwa verstärkt Einsicht in die Beratungsprotokolle oder die Weiterbildungsunterlagen erlangen wollten. Am Ende wären Makler nur noch die Erfüllungsgehilfen der Versicherer.
„Dieses Modell wäre auch gut für Deutschland“
Dr. Hans-Georg Jenssen, Geschäftsführender Vorstand des BDVM und Moderator der Münchner Tagung, wünschte sich für den Maklerberuf in Deutschland eine ähnlich geschützte Situation, wie sie in Österreich dank der „Verkammerung“ bestehe. Auch zeigte er sich von der Praxistauglichkeit des österreichischen Maklergesetzes überzeugt. „Dieses Modell wäre auch gut für Deutschland“, so Jenssen.
Österreich glaube an „goldene Zukunft“ der Makler
Ralf Berndt, Vorstandsmitglied der Stuttgarter Lebensversicherung und Stuttgarter Versicherung AG, warf einen kritischen Blick nach Großbritannien, wo die Abschaffung des Provisionsmodells mehr Nach- als Vorteile gebracht habe. Laut einer Studie der britischen Regierung konnten zahlreiche Makler nach der politischen Entscheidung ihren Betrieb nicht mehr aufrechterhalten – mit der Folge, dass kompetente Beratung immer weniger werde. Außerdem sprach er das brennende Thema Maklerschwund an. Anders als in Deutschland sehe man den Umstand, dass es in Zukunft immer weniger Makler geben werde, nicht als Problem an. Im Gegenteil: Man glaube dort sogar an „eine goldene Zukunft“ des Maklerstandes.
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