Anfang Februar wurde ein Hacker-Angriff auf ein namenhaftes oberösterreichisches Unternehmen gestartet. Dabei wurde Schadsoftware in das System des Unternehmens eingeschleust und Lösegeld gefordert. Wie hoch der tatsächliche Schaden ist, ist nicht bekannt. Cyber-Angriffe häufen sich. Doch was können Unternehmen tun, um sich dagegen zu schützen? Helmut Tenschert, Versicherungsmakler und unabhängiger und zertifizierter Bildungsträger für Versicherungsmakler und -agenten, rät jedem Unternehmen zum Abschluss einer Cyberversicherung.
Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 06.03.2023
„Wird man Opfer einer Attacke, muss man sich schnellstmöglich Unterstützung von Expert:innen holen“, rät Helmut Tenschert. Auch wenn es von diesen laut Tenschert leider noch zu wenige gebe. Dennoch würden Unternehmen von einer Cyber-Versicherung profitieren, denn diese sei nicht nur dazu da, um den finanziellen Schaden in Grenzen zu halten. Versicherungsanbieter:innen arbeiten nämlich auch mit Dienstleister:innen aus der IT-Branche zusammen. Im Ernstfall bekämen die Betroffenen dadurch schnelle Hilfestellung. „Ohne Cyberversicherung kann das deutlich länger dauern, oftmals ist es dann aber schon zu spät, um den Schaden einzudämmen“, so Tenschert.
Cyberversicherungen decken unterschiedliche Schadensfälle bzw. Ansprüche ab. Besonders wichtig seien laut Tenschert aber auch Versicherungen für Eigenschaden- und Betriebsunterbrechungen: „Denn so werden auch Kosten abgedeckt, die aufgrund von Betriebsstillstand entstehen. Die versicherte Schadenssumme und der Zeitraum hängen dabei von der Art des Unternehmens ab. So kann beispielsweise ein IT-Betrieb im Falle eines Cyberangriffs seine Dienste und Aufträge in den meisten Fällen nicht mehr ausführen bzw. abarbeiten, bei einer Tischlerei sieht das anders aus.“
Neben einer Cyber-, Eigenschaden- und Betriebsunterbrechungsversicherung sei laut Tenschert auch eine Haftpflichtversicherung entscheidend: „Diese wird dann schlagend, wenn vom Cyberangriff Kund:innendaten betroffen sind. Solche Attacken muss man aufgrund der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Behörde melden. Dann könnte es neben einer Strafe auch zu Schadenersatzforderungen kommen.“
Dabei könne das Unternehmen seinerseits wiederum Ansprüche der Schadenersatzforderungen aus der Innenhaftung gegen die Geschäftsführung geltend machen. „Der/die Geschäftsführer:in haftet unbegrenzt mit seinem/ihrem gesamten Vermögen", weist Tenschert hin. „Gibt es mehrere Geschäftsführer:innen, würden diese solidarisch – also jeder für das Verhalten der anderen – haften“.
Dr. Helmuth Tenschert moderiert das AssCompact Gewerbeversicherungssymposium, das morgen, 7. März 2023, in der Pyramide Vösendorf stattfindet.
Foto oben: Helmut Tenschert, Versicherungsmakler und unabhängiger und zertifizierter Bildungsträger für Versicherungsmakler und -agenten
Quelle: leadersnet.at | Oberösterreichische Nachrichten
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