Helmut Geil, Geschäftsführer der DEKRA Austria GmbH, gibt im Interview spannende Einblicke in die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Er spricht über die Weiterentwicklung von Dienstleistungen, die Rolle der Digitalisierung in der Schadenregulierung und die Bedeutung von Innovation und Partnerschaften. Zudem blickt er auf das 100-jährige Jubiläum von DEKRA und wagt einen Ausblick auf die Zukunft der Versicherungswirtschaft.

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 14.02.2025
Helmut Geil hat sich ambitionierte Ziele für die kommenden Jahre gesetzt: „Mein Ziel ist es, das Unternehmen in Österreich weiter auszubauen und zu stärken. Wir möchten unsere Dienstleistungen diversifizieren und die Marktführerschaft in bestimmten Segmenten, wie etwa den Lkw-Prüfungen, weiter ausbauen.“ Zudem möchte Geil ein hybrides Sachverständigennetzwerk etablieren, das digitale sowie physische Prüfungen kombiniert, um auf die sich wandelnden Bedürfnisse der Kunden schneller und effizienter reagieren zu können.
DEKRA Claims: Schadensregulierung auf höchstem Niveau
Ein weiterer wichtiger Aspekt der DEKRA Austria GmbH ist die Abwicklung von Schadenfällen. „Die DEKRA Claims übernimmt die Schadenregulierung für ausländische Versicherungsgesellschaften, deren Versicherungsnehmer in Österreich einen Schaden verursachen“, so Geil. Er erklärt weiter, dass DEKRA sowohl bei Standardfällen als auch bei komplexeren Fällen, wie etwa Skiunfällen, eine bedeutende Rolle spielt. „Pro Jahr regulieren wir etwa 40 bis 60 Skiunfallschäden, vor allem für unsere deutschen und niederländischen Kunden. Diese spezielle Dienstleistung hebt uns von anderen ab und zeigt, dass wir in der Lage sind, auch komplexere und unterschiedliche Schadenfälle professionell zu bearbeiten.“
Ein breites Dienstleistungsportfolio mit Weitblick
DEKRA bietet in Österreich eine Vielzahl von Dienstleistungen an, die sich auf das Testen, Zertifizieren und Inspektieren fokussieren. „In Österreich liegt unser Schwerpunkt auf der §57a-Überprüfung (‚Pickerl‘) von Lkw und Nutzfahrzeugen, wo wir Marktführer sind. Weitere Kernbereiche sind das Gebrauchtwagenmanagement und die Zertifizierung, etwa durch Management-Zertifizierungen und Second-Party Audits“, erklärt Geil. Besonders hervorzuheben ist das hybride Sachverständigennetzwerk, das DEKRA entwickelt, um sowohl digitale als auch physische Prüfungen zu integrieren. „Einfachere Schäden können schnell und effizient digital reguliert werden. Bei komplexeren Fällen stehen Sachverständige per Videoanruf oder vor Ort zur Verfügung“, hebt Geil die Vorteile hervor. Das Unternehmen setzt dabei auf moderne Technologien, um den gesamten Prozess zu optimieren und den Kundenservice zu verbessern.
DEKRA’s Vision für die Versicherungswirtschaft
Geil ist sich der Herausforderungen in der Versicherungswirtschaft bewusst, insbesondere der steigenden Kosten und des Fachkräftemangels. DEKRA reagiert darauf mit innovativen digitalen Lösungen, die die Effizienz steigern. „Obwohl der Markt für Sachverständigenleistungen verteilt erscheint, zeigt die lange Wartezeit von bis zu vier Tagen auf einen Sachverständigen, dass Potenzial für Verbesserungen besteht.“ Durch den Einsatz von KI und digitalen Technologien sollen Schadenprognosen schneller erstellt und manuelle Tätigkeiten reduziert werden. „Mit unserer KI-gestützten Technologie können Schadenprognosen schneller erstellt und der Bedarf an physischen Einsätzen reduziert werden.“
DEKRA’s 100-jähriges Jubiläum: Ein Meilenstein der Geschichte
2025 feiert DEKRA ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Unternehmensgeschichte. „DEKRA wurde 1925 in Berlin von Spediteuren gegründet, die die Sicherheit ihrer Fahrer verbessern wollten. Diese Gründungsidee prägt uns bis heute“, erläutert Geil und hebt hervor, dass DEKRA als weltweit größte, unabhängige Sachverständigenorganisation stets für Sicherheit und Qualität steht. „Unser Jubiläum ist nicht nur eine Gelegenheit, unsere Erfolge zu feiern, sondern auch, unsere Verpflichtung zur Sicherheit und Qualität zu erneuern, die wir in den letzten 100 Jahren immer wieder unter Beweis gestellt haben.“
Partnerschaft und Vertrauen in der Versicherungswirtschaft
Die Zusammenarbeit mit der Versicherungswirtschaft basiere laut Geil auf Partnerschaft und Vertrauen. „Angesichts großer Herausforderungen wie Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz bringen wir unsere internationale Erfahrung ein, um die Branche zu stärken.“ Persönlich möchte Geil DEKRA als verlässlichen Partner in Österreich etablieren: „Mein Ziel ist es, unsere weltweit bewährten Dienstleistungen sinnvoll nach Österreich zu bringen – dort, wo sie wirklich gebraucht werden.“
Das gesamte Interview lesen Sie in der AssCompact Februar-Ausgabe!
Foto oben v.l.n.r.: Helmut Geil, Geschäftsführer der DEKRA Austria GmbH, und AssCompact Vertriebsleiter Ernst Vallant
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