Ob Berufsalltag oder Privatleben, ob Wirtschaft oder Kommunikationsverhalten – die Coronavirus-Pandemie prägt unser Leben nachhaltig. Wie gehen Vermittlerinnen und Vermittler mit der Krise um? Das fragt AssCompact in der neuen Interviewserie „Wie geht´s“. Heute: Helmut Hochnegger, Hochnegger Versicherungsmakler GmbH & Co KG, Eibiswald.

Redakteur/in: Mag. Peter Kalab - Veröffentlicht am 23.04.2020
Wie geht´s Herr Hochnegger?
Beruflich etwas betrübt, da derzeit umstandsbedingt nicht viel so funktioniert, wie ich es gewohnt bin. Kundentermine haben sich bis auf Telefongespräche oder Videokonferenzen reduziert und die Erreichbarkeit bei Versicherer ist durch das Homeoffice natürlich auch eingeschränkt.
Privat konnte ich meine Batterien wieder aufladen, das hat mir schon mal gut getan, aber jetzt – voller Energie – sehne ich mich schon nach Normalität und den Alltag.
Büro oder Homeoffice?
Büro. Büro aus dem Grund, weil ich in der gewohnten Umgebung lieber arbeite und da die ganze Struktur um mich habe. Mitarbeiter arbeiten Großteils im Homeoffice, schon mal aus Sicherheitsgründen.
Was bewährt sich in der Krise?
Der bestehende (telefonische) Kundenkontakt hilft uns durch die Krise und die Kunden schätzen es, auch in solch einem Ausnahmezustand, die gewohnte Servicequalität geboten zu bekommen. Weiters tut es gut, mit der IGV Austria ein großes Netzwerk zwischen Versicherer, Kollegen und Kunden zu haben, wo man gemeinsam die derzeitigen Probleme zu bewältigen versucht, wie zB. durch Covid 19 entstandene und nach Ansicht der Versicherer zumindest überwiegend nicht gedeckten BUFT- und Seuchen-BU Schäden.
Was stimmt Sie positiv?
Der Zusammenhalt und die Disziplin in unserem Land sind einzigartig. Viele Gespräche mit Kunden, Politik und Wirtschaft stimmen mich einigermaßen positiv – auch diese Zeit geht vorbei!
Was nervt?
Dass die Politik von großer Hilfe redet, koste es was es wolle, die Hilfe aber zumindest teilweise nicht dort ankommt, wo sie raschest benötigt wird. Speziell bei Einzelunternehmer und KMUs gibt es vermehrt unüberwindbare Vorgaben, bis man zu einer Förderung kommt. Nur bei rascher und unbürokratischer Hilfe könnte man wirklich helfen.
Wie geht es nach der Krise weiter?
Das kann aus meiner Sicht noch nicht genau eingeschätzt werden, je nachdem wie lange die Einschränkungen noch dauern. Auf jeden Fall werden die nächsten Monate für viele Unternehmer eine Herausforderung, da es aufgrund der Krise bei vielen Branchen zu einer negativen Umsatz- und Gewinnentwicklung kommen wird und dies existenzbedrohend sein könnte. Demzufolge kann sich dies auch auf die Versicherungswirtschaft negativ auswirken.
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