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Sprachassistenten verändern die Maklerwelt

Sprachassistenten verändern die Maklerwelt

28. Mai 2018

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5 Min. Lesezeit

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News-Management & Wissen

Sprachassistenten wie Amazons Alexa sind auf dem Vormarsch und erobern auch die Versicherungsbranche. Was aber bedeutet das für Makler? Übernehmen Alexa & Co. künftig Beratung und Vertrieb von Versicherungen und werden Vermittler aus Fleisch und Blut damit überflüssig? Von Alexa selbst gibt es erstmal keine Auskunft zu ihrer zukünftigen Rolle.

Andreas Richter

Redakteur/in: Andreas Richter - Veröffentlicht am 28.05.2018

Von MarKo Petersohn, Inhaber des Wissensdienstleisters As im Ärmel*

„Alexa, müssen sich Versicherungsmakler vor dir fürchten?“ „Darauf habe ich leider keine Antwort.“ Das ist der Originaldialog, den ich mit Alexa in meinem Arbeitszimmer führte, bevor ich mich an diesen Artikel setzte. Denn seit Dezember vergangenen Jahres bin ich Besitzer eines Amazon Echo und muss vorab direkt darauf hinweisen, dass es bisher kein Medium geschafft hat, sich so schnell in meinen Alltag zu integrieren. Ob ich trotzdem oder gerade deshalb eine fundierte Antwort darauf geben kann, ob sich Versicherungsvermittler vor Sprachassistenten fürchten sollten, müssen die Leser entscheiden. Ich versuche in diesem Artikel den kommenden Siegeszug des neuen Medienkanals frei von Hysterie und Romantik einzuordnen.

Sprachassistenten werden die Interaktion mit Technik ändern

So wie Sprache für uns etwas völlig Natürliches ist, wird es in Zukunft auch die Sprachsteuerung sein. Warum sollte man in zehn Jahren noch Worte in abstrakte Zeichen zerlegen und diese in eine Tastatur eintippen, um mit einer Technologie zu kommunizieren, wenn man diese Worte auch einfach sprechen kann? Dafür gibt es schlicht keinen rationalen Grund. Somit können wir mit Sicherheit davon ausgehen, dass Sprachassistenten allgegenwärtig sein werden. Sie werden unsere Interaktion mit Technik jeglicher Art fundamental ändern. Wir stehen vor nichts Geringerem als dem Wiedereintritt in eine orale Kultur. Das ist selbstverständlich auch den Kommunikationsunternehmen bewusst, weswegen es neben Amazons Alexa und Apples Siri auch schon Samsungs Bixby, Microsofts Cortana und den namenlosen Assistenten bei Google gibt. Schaut man sich die Marktanteile genauer an, zeigt sich, dass es (aktuell) nur zwei relevante Anbieter gibt. Denn 92,2% aller Geräte stammen von Google und Amazon, wobei Amazon mit einem Marktanteil von 66,9% der unangefochtene Marktführer ist. Somit verwundert es nicht, dass „Alexa“ schon fast zu einem Synonym für die neue Technologie geworden ist und Unternehmen sich in erster Linie auf die Entwicklung von Alexa-Skills fokussieren.

Und was heißt das nun für Versicherungsmakler?

Sprachassistenten werden in Zukunft zweifellos allgegenwärtig sein. Schließen wir dann Versicherungsverträge mündlich ab? Nicht sofort, aber mittelfristig gesehen auf jeden Fall. Denn warum muss ein Vertrag als Textdatei vorliegen, wenn er auch als Audiodatei vorliegen kann? Es wird eine Vielzahl von Änderungen gesetzlicher Regularien erfordern, aber zukünftig werden Versicherungen so abgeschlossen, wie ich Druckerpapier bestellte. Gleiches gilt im Prinzip für sämtliche Kundenszenarien, die heutzutage noch auf Schriftverkehr basieren. Werden Alexa & Co. denn auch über Versicherungen informieren und sie direkt vertreiben? In bestimmten Fällen mit Sicherheit. Wenn ich mir zum Beispiel ein neues Smartphone bei Amazon kaufe, dann wird mich Alexa darauf hinweisen, dass es sinnvoll wäre, dies zu versichern, und mich diese Versicherung in Kombination mit dem Smartphone nur 2 Euro pro Monat kostet anstatt 2,50 Euro bei späterem Abschluss.

Sind dann Versicherungsmakler in Zukunft obsolet?

Nein. Der einfache Vertrieb von situativen Versicherungen wird zweifellos über Sprachassistenten erfolgen. Ebenso wird es einen mündlichen Versicherungsvergleich geben. Nur findet in beiden Fällen keine Beratungsleistung statt, was die Kernaufgabe eines Maklers darstellt. Und eine unabhängige Kundenberatung ist bei Alexa & Co. auch höchst unwahrscheinlich. Warum sollten Sprachassistenten etwas schaffen, was weder über den Online-Vertrieb noch über Apps geschafft wurde? Sprache ist nur ein wiederentdeckter Kommunikationskanal, der zwar unsere Interaktion mit Technik fundamental ändert, aber nicht unser Beratungsund Orientierungsbedürfnis.

Das einzige, was Makler im Zusammenhang mit Sprachassistenten beachten müssen, ist, dass ihre nächste Webseite für Sprache optimiert ist. Wenn man Alexa fragt und sie die Webseite nicht finden oder die Informationen auf dieser Seite nicht lesen kann, dann ist man im oralen Internet nicht mehr präsent. Und das müssen Makler in Zukunft bei Sprachassistenten wie Alexa, Siri & Co. wirklich fürchten.

*gekürzte Version; Quelle: AssCompact Deutschland

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