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UNIQA: Ergebnisziel 2016 erreicht

UNIQA: Ergebnisziel 2016 erreicht

09. März 2017

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7 Min. Lesezeit

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News-Versicherungen

 Die UNIQA Group hat heute ihr vorläufiges Ergebnis für das Geschäftsjahr 2016 präsentiert. Trotz Prämienrückgangs zeigt sich CEO Andreas Brandstetter zufrieden: Man habe sich gegen kurzfristige Gewinnmaximierung und für ein großes Innovationsprogramm entschieden.

Mag. Peter Kalab

Redakteur/in: Mag. Peter Kalab - Veröffentlicht am 09.03.2017

Die UNIQA Group erwirtschaftete 2016 – nach vorläufigen Zahlen – ein Ergebnis vor Steuern von 225,5 Mio. Euro. Damit liegt man knapp über dem Ziel, mindestens die Hälfte des Rekordergebnisses von 2015 zu erreichen (inkl. Italien: 422,8 Mio. Euro / exkl. Italien: 397,8 Mio. Euro). Für den Konzern ist das „ein solides Ergebnis“ – trotz Niedrigzinsen, Investitionen von 60 Mio. Euro und des Wegfalls des Beitrags aus Italien, der zum Zeitpunkt der Prognose Anfang 2016 noch nicht eingeplant war. Die Zahlen für die Geschäftsjahre 2015 und 2016 sind um das Italiengeschäft bereinigt worden. Für UNIQA CEO Andreas Brandstetter war 2016 „zukunftsweisend, weil wir uns gegen kurzfristige Gewinnmaximierung und für ein großes, langfristig wertsteigerndes Innovations- und Investitionsprogramm entschieden haben.“

Der Vorstand wird dem Aufsichtsrat und der Hauptversammlung vorschlagen, die progressive Dividendenpolitik der letzten Jahre wie geplant fortzusetzen und die Dividende zum fünften Mal in Folge auch für das Geschäftsjahr 2016 von 47 Cent im Vorjahr auf 49 Cent je Aktie weiter anzuheben.

Fusion, Verschlankung und Italien-Verkauf

Die im März angekündigte Fusion der vier Erstversicherer in Österreich hat UNIQA Anfang Oktober abgeschlossen. Zudem wurde die Konzernstruktur verschlankt, der Vorstand in Österreich von 22 auf 10 Mandate reduziert und gruppenweite Verantwortungen für Personen- und Sachversicherung sowie Finance/Risk implementiert. 2016 beschloss der Konzern auch den Verkauf seiner italienischen Tochtergesellschaft. Grund: Man wollte sich auf das Kerngeschäft Österreich und CEE konzentrieren und sich von einer „ertragreichen Einheit“ trennen, deren Geschäftsfeld Lebensversicherung zunehmend kapitalintensiv sei.

Im Sommer hat die UNIQA Tocher PremiQaMed 75% der Privatklinik „Goldenes Kreuz“ in Wien erworben. Im Geschäftsfeld Gesundheit, einem Kernbereich von UNIQA, wolle man die Produktpalette weiter ausbauen. „Wesentlicher Punkt in diesem Bereich ist, dass wir unser Know-how in Osteuropa einbringen. Zusätzlich soll die Beratungsleistung besser koordiniert werden“, erläutert Brandstetter. Beispielsweise kommen häufig Kundenanfragen wie etwa, wo man die beste ärztliche Beratung bekomme oder welches Ambulatorium im Krankheitsfall am besten geeignet sei.

Investition in Innovation und Digitalisierung

Im Rahmen des größten Innovations- und Investitionsprogramms in der Unternehmensgeschichte wird UNIQA bis 2025 insgesamt 500 Mio. Euro in das „Re-Design“ des Geschäftsmodells, den dazu notwendigen personellen Kompetenzaufbau und die erforderlichen IT-Systeme investieren. Konkret bedeutet das, dass zwei Drittel des Investment in das neue IT-Kernsystem investiert werden und rund ein Drittel in den Bereich Digitalisierung wie etwa in Betrugserkennungssysteme. Für diesen Geschäftsbereich wurden 120 Mitarbeiter eingestellt. 

Ein Schritt wurde hier 2016 mit der Entscheidung für die schrittweise Erneuerung der Geschäftsprozesse und der IT-Landschaft gesetzt. Die Wahl fiel auf IBM als Generalunternehmer, als Subunternehmer agieren msg life, innovas und Guidewire. UNIQA unterstützt außerdem weXelerate, einen der größten Start-up-Hubs, der ab Sommer 2017 im Wiener Design Tower, einer Immobilie im Besitz von UNIQA, starten wird.

Prämien um 3,1% zurückgegangen

Die verrechneten Prämien – inklusive der Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung – gingen 2016 um 3,1% auf 5.048,2 Mio. Euro zurück. Grund dafür ist vor allem der Rückgang der Einmalerläge. In Summe sanken die Prämien in der Lebensversicherung 2016 um 15,6% auf 1.526,1 Mio. Euro.

In der Krankenversicherung knackten die Prämien mit 1.003,7 Mio. Euro und einem Plus von 4,1% erstmals die Milliarden-Marke. Auch in der Schaden- und Unfallversicherung gab es ein Wachstum von 3,2% bei den verrechneten Prämien mit 2.518,4 Mio. Euro.

Nach Regionen betrachtet wuchsen die verrechneten Prämien im internationalen Geschäft um 7,5% auf 1.399,9 Mio. Euro. Gleichzeitig verringerten sie sich in Österreich wegen der Rücknahme des Einmalerlagsgeschäfts um 6,5% auf 3.631,5 Mio. Euro.

Die abgegrenzten Prämien im Eigenbehalt nach IFRS (d.h. exklusive Sparanteile der fonds- und indexgebundenen Lebensversicherung) sanken um 4,5% auf 4.443,0 Mio. Euro.

Versicherungsleistungen, Aufwendungen und Combined Ratio

Die Versicherungsleistungen im Eigenbehalt reduzierten sich im Geschäftsjahr 2016 um 7,8 Prozent auf 3.385,6 Mio. Euro. In der Lebensversicherung gingen die Versicherungsleistungen – wiederum wegen der Einmalerläge – um 25,8% deutlich auf 991,4 Mio. Euro zurück.

Die gesamten konsolidierten Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb abzüglich der erhaltenen Rückversicherungsprovisionen und Gewinnanteile aus Rückversicherungsabgaben stiegen im Geschäftsjahr 2016 aufgrund von Aufwendungen in Höhe von rund 60 Mio. Euro im Rahmen des Innovations- und Investitionsprogrammes um 8,1% auf 1.286,4 Mio. Euro. Die Aufwendungen für den Versicherungsabschluss abzüglich der erhaltenen Rückversicherungsprovisionen und Gewinnanteile aus Rückversicherungsabgaben in Höhe von 21,3 Mio. Euro stiegen um 3,0% auf 869,4 Mio. Euro. Die sonstigen Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb erhöhten sich um 20,4% auf 417,0 Mio. Euro. Dieser Anstieg sei im Wesentlichen auf das angelaufene Investitionsprogramm zurückzuführen.

Infolge dieser Entwicklungen erhöhte sich auch die Konzernkostenquote nach Rückversicherung im abgelaufenen Jahr auf 26,6% (2015: 23,7%). Die Combined Ratio in der Schaden- und Unfallversicherung nach Rückversicherung erhöhte sich auf Gruppenebene – trotz der verbesserten Schadenquote – aufgrund der gestiegenen Kosten durch das Innovations- und Investitionsprogramm leicht auf 98,1% (2015: 97,9%). Bereinigt um die Investitionen lag die Combined Ratio bei 97,1%. 

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2017

Für das Geschäftsjahr 2017 erwartet UNIQA, trotz der erheblichen Zukunftsinvestitionen und der anhaltend schwierigen Rahmenbedingungen ein leichtes Wachstum sowohl bei den Prämien als auch beim Ergebnis.

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