Ulrike Timmer, Mitglied des Vorstandes und zuständig für das Ressort Rechtsschutzversicherung bei der ERGO Versicherung AG, spricht im Interview über die Integration der D.A.S. in die ERGO, die Bedeutung von Weiterbildung, digitale Innovationen und die Herausforderungen für die Rechtsschutzversicherung in der Zukunft.

Redakteur/in: Kerstin Quirchtmayr - Veröffentlicht am 21.02.2025
Ulrike Timmer, die seit Oktober 2023 im Vorstand der ERGO Versicherung für das Ressort Rechtsschutzversicherung verantwortlich ist, legt einen besonderen Schwerpunkt auf die Integration der D.A.S.-Teams in die ERGO. Die formelle Verschmelzung wurde im August 2023 abgeschlossen, doch die Integration der beiden Unternehmen und ihrer Kulturen ist ein fortlaufender Prozess. „Besonders wichtig ist es, die unterschiedlichen Unternehmenskulturen zu vereinen, da die D.A.S. immerhin 66 Jahre lang eigenständig war und eine starke eigene Kultur entwickelt hatte. Ich konzentriere mich darauf, das Beste aus beiden Welten zu integrieren, um das Geschäftssegment Rechtsschutz positiv weiterzuentwickeln“, erklärt Timmer.
Die Bedeutung der Integration: Synergien schaffen
Trotz der Herausforderungen, die die Integration mit sich bringt, zieht Timmer eine positive Bilanz: „Ich kann sagen, dass es bisher insgesamt extrem gut verläuft. Die Zusammenführung der Vertriebsteams, beispielsweise, hat sich bereits sehr gut bewährt. Wir konnten durch die größeren und breiter aufgestellten Teams sowohl im Außendienst als auch im Makler- und Agenturvertrieb viele Synergien nutzen. Dies hat uns mehr Anknüpfungspunkte und übergreifende Unterstützung ermöglicht, was sich positiv auf unseren Vertriebserfolg auswirkt.“
Ein bedeutender Schritt wird der Umzug der Rechtsschutz-Teams ins ERGO Center Anfang 2025 sein, um die Zusammenarbeit weiter zu optimieren. Auch wenn die Integration gut voranschreitet, so wird dennoch viel Arbeit investiert, um die unterschiedlichen Teams und ihre Kulturen weiter zusammenzuführen.
Stärkung der Marke D.A.S. Rechtsschutz
Ein weiteres Ziel von Ulrike Timmer ist es, die Marke D.A.S. im Bereich Rechtsschutz weiter zu stärken. „Um unsere Produktmarke D.A.S. Rechtsschutz zu stärken, setzen wir auf höchstmögliche Kontinuität in unserem umfangreichen Produktportfolio und unserem zuverlässigen Serviceversprechen. Wir stellen sicher, dass die Integration im Markt ohne Brüche erfolgt, sodass sich für unsere Vertriebspartner und Kunden so gut wie nichts ändert, insbesondere in der Ansprache und bei den Kontaktpersonen. Zusätzlich unterstützen wir die Produktmarke durch fokussierte Marketingmaßnahmen über diverse Kommunikationskanäle wie Social Media und Fachzeitschriften. Unsere Rechtsschutzspezialisten im Vertrieb bleiben weiterhin die kompetente Schnittstelle, um Kontinuität und Zuverlässigkeit zu gewährleisten“, erklärt Timmer.
Ein starkes Team: Weiterbildung als Schlüssel
Timmer hebt zudem die Bedeutung eines starken Teams hervor: „Für mich ist ein starkes Team eines, das zusammenhält und sich gegenseitig unterstützt. Es ist wichtig, dass alle im Team bereit sind, auch einmal die Extra-Meile zu gehen, um sicherzustellen, dass unsere Kunden bestmöglich betreut werden. Dabei legen wir großen Wert auf Weiterbildung, um stets auf dem neuesten Stand der Gesetzgebung zu sein. Die Integration in die ERGO Versicherung hat uns ermöglicht, auf ein breiteres Spektrum an Schulungsangeboten zuzugreifen. Ich bin beeindruckt vom hohen Anspruch, den unsere Mitarbeiter an sich selbst und ihre Arbeit haben. Sie nehmen ihre Aufgabe sehr ernst, da sie unseren Kunden in oft schwierigen Situationen helfen, indem sie nicht nur die Anwaltskosten übernehmen, sondern vor allem auch beratend und unterstützend zur Seite stehen. Dieses Engagement und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, machen unser Team stark.“
Digitalisierung als Chance für den Service
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Integration digitaler Lösungen: „Wir fokussieren uns darauf, unsere internen Prozesse durch Digitalisierung zu vereinfachen und zu beschleunigen, um die Geschwindigkeit unserer Leistungserbringung zu erhöhen. Während Kunden möglicherweise keine direkten digitalen Schnittstellenveränderungen bemerken, profitieren sie von einer schnelleren Bearbeitung im Hintergrund. Darüber hinaus werden unsere Rechtsschutzprodukte schrittweise in die digitalen Abschlussstrecken von ERGO integriert. Dies wird sukzessive geschehen und den Kunden in Zukunft zugutekommen.“
Anpassungen und Neuheiten für Vermittler
Für ungebundene Vermittler stehen auch Produktanpassungen und Neuheiten an. Timmer hebt hervor, dass in den letzten Jahren bereits bedeutende Produkte entwickelt wurden, wie der „Streitwert PROTECT“ im Firmenbereich und die unlimitierte Kostenübernahme im Privatbereich. „Wir haben kürzlich eine Umfrage mit unseren Vertriebspartnern durchgeführt, um deren Feedback und Bedürfnisse zu sammeln. Diese Erkenntnisse werden wir in die Produktentwicklung einfließen lassen, um bestmöglich auf die Wünsche unserer Vertriebspartner und Kunden einzugehen.“
Die Herausforderungen der Rechtsschutzversicherung
Timmer erläutert, dass eine der größten Herausforderungen für die Rechtsschutzversicherung aktuell die steigenden Kosten durch Inflation und steigende Streitwerte sind. „Vor etwa eineinhalb Jahren wurde zudem der Rechtsanwaltstarif um 20% erhöht, was den Kostenaufwand pro Schadenfall weiter steigert. Zusätzlich beobachten wir einen Anstieg der Firmeninsolvenzen, insofern ist die Rechtsschutzversicherung auch ein Spiegelbild der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Diese Entwicklungen fordern uns heraus, unsere Leistungen noch effizienter zu erbringen. Wir sind aber aufgrund unseres kompetenten internen Juristen-Teams, einer sehr soliden Erfolgshistorie und der vertragsgemäß durchgeführten Indexanpassungen sehr gut aufgestellt und sehen aktuell keinen Bedarf an spürbaren Prämienschritten.“
Das gesamte Interview lesen Sie in der AssCompact Februar-Ausgabe!
Foto oben: Ulrike Timmer, Mitglied des Vorstandes und zuständig für das Ressort Rechtsschutzversicherung bei der ERGO Versicherung AG, im Gespräch mit AssCompact Herausgeber Franz Waghubinger (rechts) und AssCompact Chefredakteur Andreas Richter (links)
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