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Johann Mitmasser: „Als ob eine große Reset-Taste gedrückt wurde“

Johann Mitmasser: „Als ob eine große Reset-Taste gedrückt wurde“

17. April 2020

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4 Min. Lesezeit

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News-Management & Wissen

Ob Berufsalltag oder Privatleben, ob Wirtschaft oder Kommunikationsverhalten – die Coronavirus-Pandemie prägt unser Leben nachhaltig. Wie gehen Vermittlerinnen und Vermittler mit der Krise um? Das fragt AssCompact in der neuen Interviewserie „Wie geht´s“. Heute: OÖ. Fachgruppenobmann Johann Mitmasser, MA Consulting Versicherungsmakler GmbH, Walding.

Mag. Peter Kalab

Redakteur/in: Mag. Peter Kalab - Veröffentlicht am 17.04.2020

Wie geht´s, Herr Mitmasser?

Ja danke, es geht so weit gut, aber es ist alles sehr „zaach“. Ich bin gesund, es ist gefühlt fast mehr los als normal, vor allem telefoniere ich sehr viel. Natürlich mit Kunden – da sollten alle Prozesse normal – d.h. jedenfalls fristgerecht weiterlaufen, aber auch mit Kollegen, und auch in Sachen Fachverband, wo wir alle versuchen, gemeinsam mit den Versicherern zumindest vorerst einmal positiv mit unseren Kunden zu kommunizieren. Das gestaltet sich aber sehr mühsam.

Büro oder Homeoffice? 

Die letzten Wochen als Vorsichtsmaßnahme Homeoffice, künftig wieder Office, weil die Zulassungsstelle in unserem Büroverbund wieder geöffnet ist, die Infrastruktur ist im Büro optimal, alles kann ich nicht nach Hause schleppen…

Was bewährt sich in der Krise?

Positives Denken und der Blick nach vorne, weil jede Krise ein Ende hat. Bewährt haben sich auch die technischen Adaptionen der letzten Jahre in die EDV Hardware, sodass wir ortsunabhängig arbeiten können. Wir arbeiten seit 20 Jahren weitestgehend digital, sodass wir nur in sehr geringem Ausmaß Papierakte haben und jeder im Büro zu jedem Akt alle Informationen verfügbar hat. Wir konnten somit in kürzester Zeit auf Homeoffice umstellen.

Was stimmt Sie positiv?

Sehr positiv ist, dass von der Regierung rasch umfassende Maßnahmen ergriffen wurden: das betrifft die Bewältigung der Pandemie wie auch Unterstützung für die Wirtschaft generell, ich glaube, dass wir uns grundsätzlich glücklich schätzen dürfen. Es gibt leider viele Beispiele, wo dies nicht der Fall ist.

Entscheidend ist aber, wie schnell die Wirtschaft weltweit wieder in Gang kommt, der internationalen Handel wieder funktioniert. Es nützt nur bedingt, wenn wir in Österreich startklar sind, aber keine Komponenten aus Italien erhalten, weil dort die Pandemie noch kaum bewältigt ist.

Dass aktuell wieder ein Normalbetrieb in Aussicht gestellt ist und dass die Stimmung grundsätzlich gut ist.

Was nervt?

Wir hätten letzte Woche ein paar Tage am Meer verbracht, aber leider… Geschäftlich werden alle Prozesse immer aufwändiger, teils ist Compliance die Ursache, teils organisieren Versicherer laufend um, der Effekt ist, dass wir schwer die zuständigen Personen erreichen, und alles viel schwieriger und aufwändiger ist… Schwierig ist auch, dass wir Makler noch nicht genau wissen, wann wieder Kundenbesuche erlaubt sind. Vorläufig müssen wir uns mit Hilfsmitteln (Mail, Telefon, Video, usw.) begnügen, soweit halt möglich. Ein Vorteil ist, dass wir über die Makler-Vollmacht für Kunden fast alles erledigen können.

Wie geht´s nach der Krise weiter?

Corona wird uns noch sehr lange beschäftigen und Vieles verändern, jedenfalls wird die Bewältigung viel teurer werden als anfangs geplant. Eine Erkenntnis ist jedenfalls, dass die Lautesten nicht automatisch die Intelligentesten sind, manche wähnten sich auf einer Insel, die wissen jetzt, es ist nur geografisch so… Ich empfinde die Situation aktuell, also ob eine große „Reset“-Taste gedrückt wurde. Corona zeigt uns, dass wir als Gesellschaft extrem vernetzt und damit in den großen Fragen immer alle betroffen sind; das gilt auch für andere „Baustellen“ wie die Klimaerwärmung, Flüchtlingsfrage, Umgang mit Rohstoffen etc. – eine First Nation gibt es definitiv nicht… Wir müssen alle zusammenarbeiten, dann schaffen wir das.

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